Als Jugendstil wird eine Epoche der Kunstgeschichte bezeichnet, die sich in etwa auf die Jahre zwischen 1896 bis 1920 datieren lässt. Der Ausdruck Jugendstil geht zurück auf die 1895 in München gegründete illustrierte Kulturzeitschrift »Jugend«. Weitere Bezeichnungen für die Epoche sind Art nouveau, Reformstil oder Sezessionsstil; im Englischen Modern Style, im Italienischen Stile Floreale sowie Liberty und in Russland Modern.
Er ist zu verstehen als eine Gegenbewegung junger Künstler und Kunsthandwerker zum Historismus, aber auch zur als seelenlos verstandenen Industrialisierung. Der Stil sollte elegant, luxuriös und selbstverständlich auch modern sein.
Äußerliche Kennzeichen des Jugendstils sind dekorativ geschwungene, fließende Linien, geometrische Formen, flächenhafte florale Ornamente, die Aufgabe von Symmetrie sowie die Verwendung von symbolischen Gestalten. Die Natur ist Vorbild und Stilmittel für die Jugendstil-Künstler.
Jugendstil findet seinen Ausdruck in Möbeldesign und Architektur, in der Malerei und Bildhauerei, in der Herstellung von Plastiken, sowie Schmuck und Glaswaren.
Japan wurde für europäische Künstler zum Vorbild mit seinen Farbholzschnitten. Die Künstler verwendeten große, einfarbige Flächen und Designs ohne Perspektive.
So hatte die japanische Kunst großen Einfluss auf die neuen europäischen Kunstbewegungen vom Impressionismus zum Expressionismus. Die Kunst, die aus dieser Inspirationsquelle hervorging, wird als Japonesque bezeichnet.
Die Künstler des Jugendstils verfolgten den Anspruch, dass Kunst Freude bereitet und die Kunst sollte im alltäglichen Leben integriert sein, Kunst und Ästhetik sollten im Alltag der Menschen vorhanden und erlebbar sein, wobei Kunst und Handwerk eine Einheit bilden sollten. Das Handwerk sollte funktional sein und zusätzlich die Ästhetik eines Kunstwerks besitzen.
Berühmte Jugendstilkünstler sind u. a. Franz von Stuck, Gustav Klimt, Louis C. Tiffany, Emile Gallé, um nur einige zu nennen.
Emile Gallé
Jugendstil aus Frankreich.
Das französische Kunstglas spielte damals wie heute die herausragendste Rolle. Das bedeutendste Zentrum der Glaskunst lag in Nancy, das einen eigenen Glasstil hervorbrachte. Zu den berühmtesten Firmen in Lothringen gehörten unter anderem Emile Gallé, die Gebrüder Daum oder die Firma Schneider.
Von Interesse für uns ist hier der Künstler Emile Gallé, an dessen Glaskunst sich Edmund Rigot orientierte.
Emile Gallé wurde am 04. Mai 1846 in Nancy geboren. Er gehörte zu den engagiertesten Künstlerpersönlichkeiten seiner Zeit. Er bestimmte das Bild des Jugendstils 15 Jahre lang mit. In seinen Arbeiten strebte er danach, Schönheit und Harmonie als Einheit zu erschaffen.
Emile Gallé war Begründer einer Schule, der „Ecole de Nancy“. Sie gehörte zu den bedeutendsten „Sessionen“, die der Jugendstil hervorgebracht hat. Hier bündelten sich die schöpferischen Kräfte Nancys.
Die meisten Arbeiten der „Ecole de Nancy“ stellten lothringische Landschaften und seine Pflanzen und Tierwelt dar.
Vermutlich erlernte Edmund Rigot bei einem Mitarbeiter von Emile Gallé, Paul Nicolas, der in Meisenthal, Lothringen, eine eigene Fabrik gegründet hatte, die Kunst der Jugendstil-Überfangvasen, die er später in der Cristallerie von Villeroy & Boch herstellte.
Quelle: Wikipedia: Jugendstil,
zum Wikipedia Eintrag: https://de.wikipedia.org/wiki/Jugendstil
Albert Bangert: Glas, Jugendstil und Art Deco
Beispielfoto – Eingang des Musée de L’Ecole de Nancy